Aus: Buddhismus Heute Nr. 44, (Winter 2007)

Unterwegs mit Sherab Gyaltsen Rinpoche

Von Ramona Kramp

Anfang 2007 gingen wir noch davon aus, dass Sherab Gyaltsen Rinpoche in diesem Jahr keine Zeit haben würde, Europa zu besuchen. Im Jahr zuvor war er von Hannah Nydahl und Caty Hartung immer wieder eingeladen worden und hatte erst zu- und dann wegen seines auf zwei Jahre vollen Terminkalenders wieder abgesagt. Hannah hatte mich als Zuständige für die Einladung der Lehrer aus Asien gebeten, dennoch am Ball zu bleiben. Durch die langjährige Zusammenarbeit und Übertragung von Hannah wusste ich, was das bedeutet: nämlich konsequent am Ball bleiben.

Ich telefonierte also täglich, manchmal sogar mehrfach, mit Kathmandu. Durch die sehr effektive Zusammenarbeit mit Tsumba, einem mit seiner Familie im Allgäu lebenden Tibeter, schaffte ich es schließlich: Nach einem unserer vielen Anrufe teilte mir die Nichte von Sherab Gyaltsen Rinpoche mit, dass Rinpoche uns sechs Wochen seiner Zeit schenken würde.

Die Planung der Tour begann jedoch erst am 15. April, dem Tag, an dem Lama Ole zum ersten Mal das neue Europa-Zentrum besuchte. Erst danach konnten Caty und ich unsere Köpfe ein wenig freimachen und mit der Planung starten, wofür wir uns Inspiration von Karola und Maxi holten. Caty meinte, dass die Tour für Sherab Gyaltsen Rinpoche viel Arbeit bedeuten würde, und ich erinnerte mich an seine erste Tour 2006, auf der er wirklich jeden Augenblick für die Arbeit genutzt hatte. So versuchte ich, seine Zeit von Anfang an wirklich sinnvoll zu organisieren.

Am 10. Juni landete Rinpoche mit seinem Neffen Püntsok in München. Die Wiedersehensfreude war riesig - aber Hannah Nydahl fehlte ihm sehr. Er sprach viel von ihr, denn sie hatten sich sehr lange gekannt. Er sagte, dass sie für ihn eine ganz nahe und enge Dharmafreundin gewesen sei. Wir verbrachten eine Nacht im Münchner Zentrum und flogen weiter nach Griechenland in die spannende Bergwelt unserer imponierenden und kraftvollen Retreatstelle "Berchen Ling".
Zwei Tage lang konnten wir ein wohl auf lange Zeit einmaliges und intensives "Mani-Retreat" mit nur 25 Personen genießen. Rinpoche ist dafür bekannt, gute und klare Erklärungen zu geben, was wir hier täglich genießen konnten. Zum Glück hatten wir unseren "Chefübersetzer" Jim mit dabei. Er konnte sich selbst ein großes Geschenk machen und sich für die gesamte Tour frei nehmen.

Am letzten Tag des Programms bekamen wir in der kleinen Runde eine kraftvolle Milarepa-Ermächtigung. In der wilden Bergwelt auf 1.200 Meter Höhe mit einigen Höhlen nahebei fiel es leicht, sich mit Milarepa zu identifizieren. Diese wilde Stelle erinnert sehr an Tibet und die heiligen Stellen dort. Leider ging die Zeit viel zu schnell vorbei und wir mussten uns schon wieder von den Freunden und von Berchen Ling trennen.

Wir flogen weiter nach Italien zu unseren Freunden in Brescia. Der Verona-Flug wurde nach Rom umgeleitet, was uns Gelegenheit gab, unseren Geist zu beobachten - die italienische Mentalität entsprach nicht ganz der unseren. Sherab Gyaltsen Rinpoche und Püntsok blieben jedoch völlig in ihrer Ruhe und Freude und machten einfach alles mit. Es war ja klar, dass wir schon irgendwann unser Ziel erreichen würden, und nach vielen Stunden des Wartens ging es dann auch weiter.

Die Begrüßung in Brescia war sehr liebevoll und familiär. Sherab Gyaltsen Rinpoche und Püntsok fühlten sich in der kleinen Wohnung, in der sie unterbracht waren, sofort zu Hause. Es gab nur eine kleine Irritation: Die beiden Tibeter hätten gerne Porridge, Brot und Käse usw. zum Frühstück gehabt. Diese Information wurde auch an alle Freunde weitergegeben, sogar auf italienisch. Es stellte sich jedoch heraus, dass niemand in Brescia wusste, was überhaupt ein Porridge ist. Und dass man so etwas schon am frühen Morgen verspeist, passte auch nicht in das italienische Frühstücks-Konzept. So standen also kleine Espressotassen auf dem Tisch und mehr nicht.

In den nächsten beiden Tagen imponierten mir jedoch die gut durchdachten und organisierten Veranstaltungen. Jim und die italienische Übersetzerin gaben mit Ausdauer ihr Bestes bei den Erklärungen zur Karma-Kagyü-Übertragungslinie sowie einer Diamantgeist-Ermächtigung. Das ganze schöne Wochenende hindurch hielt sich unser Familiengefühl.

Anschließend fuhren wir zu unserer neuen Retreatstelle "Altmühle" in der Nähe von Worms. Im Moment wird sie noch von wenigen, dafür tatkräftigen und liebevollen Dharmafreunden mit Unterstützung aus den Zentren zwischen Wuppertal, Köln, Frankfurt und Saarbrücken aufrechterhalten. Das Wort "Altmühle" auszusprechen fiel unseren Besuchern aus Asien nicht leicht, ebenso wie später "Bad Tölz" und "Innsbruck". Leichter ging es mit "Hamburg", "Berlin" und "München". Bei den Namen unserer Freunde hatte Rinpoche es sich leichter gemacht: Er fragte nach den Zufluchtsnamen und diese konnte er sich gut merken.

Für das Programm in "Altmühle" war von Ole und Caty eine dreitägige 1000-Buddha-Ermächtigung erbeten worden, aber erst vor Ort stellte sich heraus, dass Rinpoche diese Ermächtigung noch nie gegeben hatte. Er sagte, sie solle eigentlich auch nur von sehr hohen Lehrern wie dem Karmapa selbst gegeben werden. Aber da nur wenig Besucher erwartet wurden, willigte Rinpoche dann doch ein. Ich traute mich in diesem Moment noch gar nicht, Rinpoche zu erzählen, dass wir die gleiche Ermächtigung auch für einen Kurs zusammen mit Ole in Ungarn eingeplant hatten. Dort würden viermal so viele Menschen erwartet!

Diese Ermächtigung ist tatsächlich sehr besonders, sie zählt mit zu den höchsten Ermächtigungen überhaupt und zielt direkt auf die Mahamudra-Sicht.
Es musste dafür im Vorfeld sehr viel vorbereitet werden und wir teilten dann diese besonderen segensreichen Tage in dieser sehr ruhig gelegenen und wunderschönen Retreatstelle mit ca. 300 Besuchern.

In Hamburg trafen wir dann endlich, sehnlichst erwartet, S.H. Karmapa Thaye Dorje und Lama Ole. Karmapa hatte schon ein gewaltiges Programm hinter sich. Zusammen mit Ole und einigen unserer Freunde hatte er schon die verschiedensten Länder und Zentren besucht.
Direkt nach unserer Ankunft kam es zu einem wichtigen Treffen unserer drei Lehrer, bei der Besichtigung eines Platzes für einen Stupa. Die Stadt Hamburg hatte in der Innenstadt ein Stück Wiese für den Bau eines Stupa zur Verfügung gestellt und das Buddhistische Zentrum Hamburg wird die finanziellen Mittel hierfür aufbringen. Der Platz wurde von unseren drei hohen Lehrern als sehr gut befunden und Sherab Gyaltsen Rinpoche wird 2008 den Stupa bauen. Nach dieser Besichtigung gab S.H. Karmapa Thaye Dorje im überdachten und voll besetzten Innenhof des Hamburger Zentrums eine Ermächtigung auf "Weißer Schirm" (tib.: Dukhar").
In den frühen Morgenstunden begleiteten wir Karmapa und Ole zum Flughafen, von wo sie in unterschiedliche Richtungen zu weiteren Aktivitäten flogen. Der Abschied war kurz, denn jeder wusste, dass wir uns bald in Kassel beim großen Sommerkurs wiedersehen würden.

Am nächsten Tag gab Rinpoche Erklärungen zu den "Vier Unermesslichen" sowie eine wunderbare Liebevolle-Augen-Ermächtigung, mit klaren Erklärungen zum Aufbau, Vergegenwärtigung usw.
Rinpoche war laut seinem Neffen Püntsok mit meiner Programmplanung bisher nicht ganz konform gewesen. Das änderte sich ab Hamburg. Er nutzte jeden Moment für irgendeine effektive Aktivität. Endlich - ich war froh und erleichtert.

Beim Abschied, mit schwerem Herzen und im Regen sagte Rinpoche, dass ihm die ganze Zeit über der gute Umgang und die Zusammenarbeit zwischen den Freunden besonders gut gefallen hätten.

Es ging mit dem Zug weiter nach Berlin. Die Zugfahrten waren immer besonders nutzbringend. Entweder ging Rinpoche mit Jim Texte durch oder ich zeigte ihm Bilder und Videos von unseren Zentren und erzählte, wie wir in unseren Zentren arbeiten.
In Berlin waren zwei Programmtage zu den Grundübungen eingeplant - ein Vortrag und eine Diamantgeist-Ermächtigung. Wir teilten das Programm in einer sehr "spannenden" Gegend und noch "spannenderen" Halle mit ca. 180 Freunden; für eine so große Stadt nicht viel, aber für den besonderen Ort sehr viel. Die Erklärungen sowie die Ermächtigung waren sehr intensiv und komprimiert. Beides dauerte mehrere Stunden und Sherab Gyaltsen Rinpoche und Jim zeigten hier ganz besonders ihre Ausdauer. Rinpoche sagte, dass wir viel zu wenig Zeit angesetzt hätten. Normalerweise würde er sich mindestens eine Woche für diese Art von Erklärungen nehmen.

Püntsok teilte mir in Berlin nebenbei mit, dass er und Rinpoche keine Visa für Ungarn hätten - da es in Kathmandu kein Konsulat gäbe. Deshalb hatten sie gedacht, dass es auch ohne ginge. Ich war völlig perplex, denn sie hatten vorher nichts davon erwähnt, und natürlich würden sie ein Visum brauchen. Kurz darauf stellte sich heraus, dass sie auch keine Visa für die Slowakei und Polen hatten. Ich konnte es nicht fassen! Wenn ich in diesen Zustand gerate, bringe ich kaum noch einen Ton heraus, mein Geist wird wie gelähmt.
Es war sonnenklar: Zuerst mussten wir zur ungarischen Botschaft. Dort sagte uns eine Beamtin, sie könne uns keine Visa ausstellen, da beim Eintrag des Schengenvisums eine "1" stand. Das bedeutete, die Visa wurden für eine einmalige Einreise gegeben, ein Fehler der deutschen Botschaft in Kathmandu, denn die schriftliche Einladung lautete auf mehrfache Ein- und Ausreise. Die sehr hilfsbereite Dame telefonierte, rannte durch das Gebäude, sprach mit wichtigen Personen - aber sie konnte uns nicht weiterhelfen.
Wir gingen also mit den Pässen und fester Entschlossenheit zur Ausländerbehörde in Berlin. Mit Rinpoches Segen geschah hier das Wunder und aus der "1" wurde eine mehrfache Ein- und Ausreise. Die Dame sagte uns, dass dies nach Vorschrift eigentlich gar nicht möglich sei.

In München, unserer nächsten Station, konnten wir uns schließlich ein wenig erholen. Die Menschenmasse war hier nicht so groß wie in Hamburg und das Programm war das gleiche wie in Berlin. Rinpoche war nun sehr gut vorbereitet. Die zwei Programmtage verliefen sehr entspannt, gemütlich und ruhig. Rinpoche konnte, wie von ihm gewünscht und dank der sehr guten Organisation vor Ort, das gesamte Programm direkt im Zentrum geben. Rinpoche war mit allem sehr zufrieden und wollte gar nicht weiterfahren.

Von hier ging es weiter nach Österreich zu unserer wunderbaren Retreatstelle bei Graz. Wir fuhren über Immenstadt, wo wir das Europa- Zentrum besuchten, und weiter über einen Fernpass nach Innsbruck, direkt zum Bahnhof. Hier erwarteten uns unsere Freunde aus dem dortigen Zentrum, geleiteten uns zum Zug nach Graz und bekamen einen Segen von Rinpoche.

Nach einer entspannten Zugfahrt kamen wir abends in Graz an. Rinpoche hoffte, dass er dieses Mal am Abend nichts essen müsse. Da wir aber hier von vielen Müttern und Vätern umgeben waren, gab es "natürlich" eine kleine Mahlzeit. Wir waren hier in einer sehr liebevollen Großfamilie - eigentlich mehrere Kleinfamilien an einem Ort -, wo ein sehr warmes Gefühl nicht ausbleiben konnte. Rinpoche sagte, es sei in all unseren Zentren sehr leicht für ihn, da wir uns alle so ähnelten. Wie überall war alles bestens organisiert, viele Helfer aus den verschiedensten Zentren Österreichs waren fleißig tätig.

Rinpoche begann sein Programm in dem sehr schönen und großen Meditationsraum mit Erklärungen über die "Dakinis in Tibet" Er erzählte die Geschichte einer verwirklichten Dakini, die zur Zeit des großen Meisters Milarepa lebte. Detailreich berichtete er über ihren nicht einfachen Weg des Lernens und ihr sehr beeindruckendes mitfühlendes Wirken. Am nächsten Tag gab Rinpoche eine Ermächtigung in Saraswati (tib.: Yang Chenma), einem weiblichen Buddha-Aspekt, der die Weisheit aller Buddhas verkörpert und die Gefährtin des Weisheitsbuddhas Manjushri ist. Diese Ermächtigung fand an der Universität von Graz statt, was gut passte, denn Saraswati inspiriert insbesondere lernende und künstlerisch tätige Menschen auf ihrem Weg zur Befreiung und Erleuchtung. Dass die Ermächtigung an der Universität gegeben wurde, hatten wir unseren Freunden aus Ungarn zu verdanken. Sie hatten ein paar Tage zuvor im Grazer Zentrum angerufen und mitgeteilt, dass sie mit einem ganzen Bus voller Leute kommen würden. Kurzerhand entschied sich die Zentrumscrew, diese Ermächtigung außerhalb des eigenen zu kleinen Meditationsraumes zu veranstalten. Die Ungarn kamen dann zwar nicht, aber alle waren froh über den Raum.

Fröhlich fuhren wir am nächsten Tag zum Flughafen Wien, um nach Polen zu fliegen. Vorher besuchten wir noch kurz das polnische Konsulat wegen der Visa. Für die Slowakei und Ungarn hatte ich diese zwischenzeitlich bekommen, und nun bekam Rinpoche innerhalb von zehn Minuten auch das polnische Visum. Aber Püntsok war zu jung - es gab ein neues Gesetz für Menschen unter 40 Jahren Lebensalter - und bekam kein Visum. Auf dem Weg zum Flughafen sagte ich, dass ich ihn nun ohne Visum mit nach Polen nehmen würde. Rinpoche lachte und gab einen Segen dazu - und es klappte! Nach unserer Ankunft bekam Püntsok ein Transitvisum, da wir mit den schon gebuchten Flügen eindeutig beweisen konnten, dass wir wieder ausreisen würden.

Herzlichkeit, Nähe und Freundschaft sind tatsächlich steigerungsfähige Emotionen, lernten wir in Polen. Schon auf der Fahrt zur Retreatstelle in Kuchary zeigten unsere polnischen Freunde Rinpoche ihre Hingabe. Rinpoche, der trotz des langen Reisetages und Wetterumstellung völlig fit war, genoss es sehr und hatte seine Freude. Kuchary bietet alle Möglichkeiten für einen großen Kurs mit vielen Freunden, und es kamen tatsächlich ca. 1.500 Menschen, womit nach der großen Tour mit Karmapa und Ole niemand gerechnet hatte.
Entspannt und ruhig teilten wir hier sehr schöne und segensreiche drei Tage zusammen. Bei jeder Gelegenheit schritt Rinpoche um den Stupa und traf Freunde von seinem letzten Besuch im Jahr zuvor. Rinpoche war geduldig und sehr liebevoll für alle da. Diesen Geschmack von Rinpoches Liebe, Ruhe und Klarheit konnten wir die gesamte Tour hindurch immer wieder erleben.
Wir befanden uns jetzt in Osteuropa, wo üblicherweise immer viele Menschen zu den Ermächtigungen und Erklärungen kommen. So auch in unserer nächsten Station, Bratislava, wo wir eine Milarepa-Ermächtigung mit ca. 1.000 Menschen teilten. Die Sangha besteht hier überwiegend aus sehr jungen Leuten, die trotz ihrer anderen Mentalität ebenfalls sehr gut organisieren und vernetzen können.
Nicht nur, dass alle Freunde aus dem umliegenden Ausland anreisen, sie reisen auch selbst gerne und holen sich Erfahrungen und Überlieferungen von den lang bestehenden Zentren wie in Wien, Budapest usw., und laden viele unserer Reiselehrer ein.
So war dann auch der Besuch von Sherab Gyaltsen Rinpoche sehr gut vorbereitet und die Veranstaltung perfekt organisiert. In Bratislava war der kürzeste Besuch auf unserer Tour, aber dennoch war auch hier für Rinpoche unsere Nähe, die gute Zusammenarbeit und das Familiengefühl zu spüren. Eigentlich hätten wir auch die neue und wohl wunderbare Retreatstelle in Mangutovo besuchen sollen, aber die Zeit reichte dann leider nicht aus und Rinpoche freute sich sehr darauf, Lama Ole in Budapest wieder zu treffen.
Jeden Tag gab es Programm und auch die Reisetage waren für Rinpoche Arbeitstage, da der Übersetzer Jim jede Gelegenheit zur Arbeit mit ihm nutzte. Die beiden lernten sich gerade erst kennen, und es vertiefte sich eine sehr schöne Verbindung zwischen ihnen. Rinpoche sagte gleich zu Beginn der Reise, dass die Übersetzer sehr gut behandelt werden sollen, denn ohne sie gäbe es keine Erklärungen und verständliche Übertragungen.

Wir fuhren weiter nach Budapest, wo das Buddhistische Zentrum eine riesige Stelle direkt in der Stadtmitte hat, und von dort nach Becske. Hier hatten Rinpoche und Lama Ole Zeit, einander noch mehr kennen zu lernen und sich auszutauschen. Rinpoche zeigte seine Freude, mit Ole zusammen sein zu können, und nutzte jeden Moment dafür. Die ganze vorherige Fahrt über wollte er schon alles über Oles Arbeit wissen und hier in Becske noch mehr. Er zeigte deutlich seine Wertschätzung und Dankbarkeit gegenüber Ole.

In Becske gab Rinpoche dann zum zweiten Mal die 1000-Buddha-Ermächtigung, mit mehr als der doppelten Anzahl von Besuchern. Er erklärte klar und ruhig jede Phase der Ermächtigung, eine riesige Übertragung, für meinen verschleierten Geist gar nicht so richtig erfassbar.

Caty Hartung nutzte jede Gelegenheit, um mit Rinpoche offene Fragen zu klären. Hauptsächlich erarbeitete sie mit Rinpoche eine neue Darstellung des Zufluchtsbaumes. Sie war sehr liebevoll und rührend besorgt um Rinpoche und erkannte immer gleich, was er benötigte. Caty hatte Rinpoche schon vor zwei Jahren eingeladen und tatsächlich wurde uns Sherab Gyaltsen Rinpoche vor Jahren schon von Lopön Tsechu Rinpoche empfohlen.

Nach diesen wichtigen und erlebnisreichen Tagen ging es weiter über Kopenhagen nach Rödby, wo Rinpoche eine ausführliche Guru-Rinpoche-Ermächtigung gab, um die Ole und Caty ihn gebeten hatten. Rinpoche stimmte hier in Rödby auch zu, 2008 wieder nach Europa zu kommen - "falls er gebraucht würde". Er wolle sich dann zwei Monate Zeit dafür nehmen - "aber nur falls er benötigt würde". Caty sagte ihm, dass er durchaus benötigt würde - für Ermächtigungen und Erklärungen, insbesondere zu den Grundübungen. Rinpoche sagte noch einmal, dass er dafür dann auch wirklich Zeit benötige.
So kam die Idee auf, dass Rinpoche 2008 vorrangig an den großen Retreatstellen Kurse geben soll. Auch unsere Reiselehrer sollten dann dort dabei sein, besonders zu den Erklärungen der Mandalagaben und dem Guru-Yoga. Ole war sehr froh mit allen Entscheidungen und bedankte sich bei Rinpoche.

Mit dem Zug fuhr Rinpoche über Hamburg nach Frankfurt und flog von dort nach Neu Delhi. Beim Abschied in Frankfurt wünschte sich Rinpoche noch ein gemeinsames Foto mit Jim und mir. Er war richtig froh mit allem und bedankte sich sehr auch bei uns beiden. Sechs Wochen durften wir mit Rinpoche und davon zehn Tage zusätzlich mit Ole teilen. Was für ein Geschenk. Ich kann nur sagen: Danke!


Ramona Kramp, seit 1984 Schülerin von Lama Ole Nydahl. Ab 1986 Zentrum Heidelberg mit aufgebaut. Seit zwei Jahren im Vorstand des BDD e.V., seit 17 Jahren Aufbau und Umsetzung der Finanzstruktur des Vereines sowie Organisation der Besuche von Lehrern aus Asien.

Fotos, sofern nicht anders angegeben: Ramona Kramp

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