Run, Kagyü, RunVon Claudia HandwerkerKuchen verkaufen für einen guten Zweck. Das ist eine bekannte Methode und funktioniert auch, wenn man Geld furs Europazentrum sammelt. Wenn allerdings auf jedem Dharmakurs köstliche Kuchen und Leckereien angeboten werden, besteht schnell die Gefahr, dass wir Buddhisten bequem und rund werden. Da konnte ein Fitnessprogramm helfen, z.B. LAUFEN fürs Europazentrum ... Das waren unsere Gedanken als wir ‑ fünf Freunde aus Tübingen und Stuttgart ‑ bei einem Dharmakurs in Karlsruhe im Januar 2003 auf einem Spaziergang einige "Europazentrums‑Kuchenstücke" zu verdauen hatten. Die Idee wurde weiter ausgebaut: Wir waren begeistert von dieser Idee und gaben ihr auch gleich einen Namen: Kagyü Run. Voller Inspiration verbreiteten wir die Idee und alle Freunde waren begeistert. Auch Caty und Lama Ole fanden das Konzept gut. "Das ist toll, wir bleiben fit und sogar die Sofahocker können mitmachen und was Gutes tun. Wir laufen auch mit", sagte Ole, als er das erste Mal vom Kagyü Run hörte. Das war ein guter Anfang, doch sollte es noch eine Weile dauern, bis Kagyü Run reif zum Loslaufen war. Wir mussten erst eine Infrastruktur aufbauen um Anmeldungen entgegennehmen und die Verknüpfungen zwischen Läufern und Sponsoren herstellen zu können. Wir benötigten eine Website und eine Datenbank. Wir mussten Regeln aufstellen und die Idee so klar in Worte fassen, dass sie weltweit verständlich war und sich alle dafür begeistern. 2004 starteten wir durch: unser Team war auf zwölf Freunde angewachsen und wir verteilten die Aufgaben. jeder betreute bestimmte Regionen und Länder als Ansprechpartner. Beim Osterkurs 2004 in Stuttgart war die Website fertig und wir hatten Infomaterial, Flyer und Film‑CDs für alle Zentren. Zusätzlich stand der Termin fest: der 12. September 2004. Kurz vor dem Lauf erreichte uns alle eine Email von Lama Ole: Nicht nur eine, sondern sogar zwei neue große Stellen schienen gefunden: eine Stelle für das Europazentrum in Bayern und ein großes Gelände in Berlin! Vielleicht war es diese freudige Nachricht, die alle zum Mitmachen motivierte: direkt vor dem Lauf im September explodierten die Anmeldungen: aus Russland, Polen, Tschechien erreichten uns einige hundert Anmeldungen und es wurden innerhalb kurzer Zeit über tausend Teilnehmer. Jetzt mussten noch die Verknüpfungen zwischen Läufern und Sponsoren hergestellt werden. Am 12.09.2004 war es soweit: Es war Kagyü Run-Tag. Von 10.00 bis 18.00 Uhr wurde an 166 verschiedenen Stellen gelaufen: in Parks und im Wald (zum Beispiel in Poznan, Hamburg, Stuttgart und Australien), mitten in der Stadt (Berlin, Cheliabinsk), mit Picknicken und bei Partys, bei Bushwalks und Alpenwanderungen wurde "gewalkt" und Marathons gelaufen. Ein Höhepunkt und toller Abschluss von Kagyü Run war die gemeinsame von Lama Ole angeleitete Meditation, an der über den Livestream alle überall teilnehmen konnten. Sogar in lrkutsk am Baikalsee wurden die Wecker auf 4.00 Uhr Ortszeit gestellt, damit man auch dort live mit dabei sein konnte. Nach dem Lauf galt es die Spendengelder einzusammeln und einzuzahlen. Wir waren begeistert, als wir feststellten, dass die Einnahmen die tatsächlich gelaufene Kilometerzahl überstiegen: nicht nur die Läufer hatten ihr Bestes gegeben, auch die Sponsoren waren sehr großzügig. Durch den Kagyü Run 2004 wurden mehr als 25.000 Euro für das Europazentrum eingenommen. Kagyü Run war ein voller Erfolg. Alle hatten Spaß und das Ziel, gemeinsam für das Europazentrum auf freudvolle und sportliche Art aktiv zu werden, wurde erreicht. Deshalb wird auch 2005 wieder ein Kagyü Run stattfinden, um Kraft und Überschuß für ein gemeinsames Europazentrum auf unserem eigenen Gelände zu erlaufen. Claudia Handwerker, Zuflucht bei Lama Ole Nydahl 1996, im Tübinger Zentrum aktiv seit der Gründung 1999, arbeitet als MTA in der Forschung und als Yogalehrerin |
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