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BUDDHISMUS HEUTE
Aus: Buddhismus Heute Nr. 41, (Sommer 2006)

Tsatsas

Von Regula Meißner

Die traditionellen Halbreliefs aus Gips stellen Buddha-Formen, Stupas und andere Glückssymbole dar. Diese repräsentieren die erleuchteten Qualitäten unseres Geistes und werden als Mittel auf dem Weg zur Erleuchtung verwendet. Durch das Herstellen und Betrachten der Buddhaaspekte in der Form von Tsatsas entsteht eine positive Rückkopplung auf unseren Geist.

Die guten Eindrücke in unserem Geist, die durch das Gießen der Tsatsa Formen entstehen, werden verstärkt durch die Mantras, die man bei der Herstellung sagt oder denkt. Reliefformen werden mit Ton, Gips oder Stewalin ausgegossen, danach getrocknet und dann weiter bearbeitet, sie können auch bemalt werden. Gesegnete Reiskörner werden auf der Höhe des Herzens von hinten in das noch feuchte Material gedrückt. Zusammen mit auf die Rückseite geschriebenen oder gedruckten Silben repräsentieren sie Körper, Rede und Geist eines Buddha.

Wir können durch die Herstellung von Relief-Buddhas die Qualitäten entdecken, die in unserem Geist schon vorhanden sind. Es ist aber auch möglich, einfach nur die Freude zu empfinden, die von selbst dabei entsteht.

Tsatsas sind nicht nur Dekorationsobjekte, sondern stehen für den Körper eines Buddha, daher sollten sie achtsam behandelt werden. Als Meditationsobjekte helfen sie uns genauso wie Statuen und Thangkas, die Buddhaaspekte leichter vorstellen zu können.

Zur Füllung von Stupas werden Tsatsas in großer Anzahl verwendet. Man kann sie auch als besonderes Geschenk an Freunde und Verwandte weitergeben.

Der Nutzen der Herstellung von Tsatsas und Statuen wurde von Buddha Shakyamuni in einem Sutra an den König Sengyal gelehrt. Die Essenz davon ist, dass das Glück der Lebewesen davon abhängt, dass befreiende Lehren eine lange Zeit andauern und verbreitet werden. Dies geschieht auf der Grundlage von Repräsentationen von Körper, Rede und Geist der Buddhas, nämlich Statuen, Schriften und Stupas.

Der Text "Wie man die Tsatsa-Praxis auf dem Weg zur Erleuchtung verwendet" wurde von dem Übersetzer Tropu aus dem Sanskrit ins Tibetische übersetzt.

Weitere Informationen auf www.tsatsastudio.org


Regula Meißner, seit 1993 Zuflucht, Systemadministratorin und Mutter von drei Kindern