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BUDDHISMUS HEUTE
Aus: Buddhismus Heute Nr. 34, ( 2002)

Diamantweg-Stiftung

Kai Burmeister

Eine Stiftung für Laien und- Verwirklicher im Diamantweg:

Die Diamantweg-Stiftung der Karma Kagyü Linie feiert ihren dreijährigen
Geburtstag. Ein Grund mehr, sie Euch vorzustellen und ihre Aufgaben und Ziele
etwas näher zu beleuchten. Dabei fing alles mit der Förderung buddhistischer
Projekte in Osteuropa und Russland und mit dem geplanten Europazentrum an.

OSTZENTREN
Unterstützung buddhistischer Zentren in Osteuropa und Russland war und ist auch immer finanzielle Unterstützung aufgrund Eurer Spenden. Für den BDD e.V. aber war die finanzielle Abwicklung buddhistischer Auslandsprojekte steuerrechtlich und organisatorisch eher problematisch. Sämtliche Beteiligte hatten sich daher sehr gefreut, als die gemeinnützige Karma Kagyü Stiftung, Taunusstein, die über wertvolle Erfahrung im Umgang mit buddhistischen Projekten im Ausland verfügt, ihre Hilfe anbot. Die finanzielle Unterstützung buddhistischer Zentren in Osteuropa und Russland lief darauf hin für einige Zeit dankenswerter Weise mit Hilfe der Karma Kagyü Stiftung, bis dies nicht mehr möglich war. Ein Ersatz musste her und zwar sollte es am besten eine "eigene" gemeinnützige Stiftung sein. Die Gründung der Diamantweg-Stiftung nahm daraufhin ihren Lauf.

EUROPAZENTRUM
Weiter entwickelte sich vor dem Hintergrund der Erfahrungen mit den Kasseler Phowa-Kursen die Idee von einem großen Europazentrum. Lama Ole, Hannah Nydahl und Caty Hartung wünschten und wünschen sich ein zentral in Westeuropa gelegenes großzügiges Gelände, auf dem viele tausend Freunde aus ganz Europa und aus anderen Teilen der Welt anlässlich großer Kurse z.B. mit dem 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje, Lopön Tsechu Rinpoche und Lama Ole zusammenkommen, beherbergt und versorgt werden können. Es soll auch ausreichend Wohnraum für eine größere Gruppe von Freunden zur Verfügung stehen.

EIGENTÜMER
Wer aber kann Eigentümer des Grundstücks mit so einem Projekt werden? Privateigentum scheidet aus, weil dies unter Umständen auch Probleme mit der erwünschten Gemeinnützigkeit nach sich ziehen kann. Gemeinnützige buddhistische Vereine können in der Regel keine großen Grundstücksprojekte mit Wohnraum in Angriff nehmen, ohne möglicherweise ihre bereits anerkannte Gemeinnützigkeit zu gefährden. Außerdem unterliegen auch Vereine und der Wille zur Verwirklichung ihrer Ziele jedenfalls theoretisch der Vergänglichkeit, je nach dem wie sich die Mehrheitsverhältnisse unter den Vereinsmitgliedern entwickeln.

ÜBERTRAGUNG
Das Europazentrum sollte unter der Schirmherrschaft des 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje aber unverrückbar fest, weit in die ferne Zukunft hinein, der Übertragung des Diamantweg-Buddhismus für Laien und Verwirklicher dienen. Ein solches Vorhaben, d.h. die unwiderrufliche Widmung von Vermögen für einen ganz bestimmten auf Dauer angelegten Zweck, mit einer gemeinnützigen deutschen Stiftung umzusetzen, hat einen sehr guten Grund. Denn der Stiftungsgedanke ist in Deutschland mit einer seit langem gefestigten Tradition verbunden, die bis in das Mittelalter zurückreicht; die älteste in Deutschland noch bestehende Stiftung wurde im 9. Jahrhundert gegründet. Zudem wachen staatliche Behörden durch die Stiftungsaufsicht über den Bestand einer Stiftung und über die satzungsgemäß definierte Verwendung ihrer Mittel. Der in Deutschland fest verankerte Stiftungsgedanke und das deutsche Stiftungsrecht gewähren somit fast eine Garantie für Dauerhaftigkeit, was in der Welt einmalig ist. Die Entscheidung war also klar vorgegeben: eine gemeinnützige Stiftung soll Eigentümer des geplanten Europazentrums werden und buddhistische Projekte im Ausland fördern!

GRÜNDUNG
Im April 1999 in Berlin war es dann soweit. Die Stifter Lama Ole, Hannah Nydahl und Caty Hartung gründeten mit dem Buddhistischen Dachverband Diamantweg e.V. die Diamantweg-Stiftung der Karma Kagyü Linie und stifteten zusammen DM 108.000,00 für das Grundstockvermögen. Dieses Grundstockvermögen muss schon aus rechtlichen Gründen in seinem Wert erhalten bleiben. Nur die Erträge, das heißt vor allem die Zinsen, dürfen verbraucht werden sowie Spenden - auch darüber wacht die staatliche Stiftungsaufsicht. Als Sitz der Stiftung hat Lama Ole die zentral in der Mitte Westeuropas gelegene Metropole Darmstadt ausgewählt. Es dauerte auch gar nicht lang, da waren die Formalitäten mit den dortigen Ämtern erledigt, die Gemeinnützigkeit vom zuständigen Finanzamt geprüft und bescheinigt und die Stiftungsurkunde vom Regierungspräsidenten in Darmstadt ausgestellt.

STIFTUNGSZWECK
Ungefähr zeitgleich mit den ersten Gründungsvorbereitungen begann sich die Vision von der Bedeutung der Stiftung für die Übertragung des Diamantweg-Buddhismus weiter zu entwickeln. Trägerschaft für das Europazentrum und Schaltstelle für die Unterstützung buddhistischer Zentren in Osteuropa und Russland sollte nicht mehr alleinige Aufgabe der Stiftung sein. Der Zweck wurde sehr viel weiter gefasst. Was sind also die Ziele und Aufgaben der Diamantweg-Stiftung? Dazu bestimmt die Satzung Folgendes: "Zweck der Stiftung ist die Schaffung und Erhaltung einer dauerhaften Grundlage, die es Laien und Verwirklichem ermöglicht, buddhistische Religion, Philosophie und Kultur in nicht ursprünglich buddhistischen Ländern in der Tradition der Diamantwegübertragung der Karma Kagyü Linie des tibetischen Buddhismus zu erhalten, zu pflegen und zu praktizieren."

UMSETZUNG
Um dieses Vorhaben in die Tat umzusetzen kann die Stiftung, so ist in der Satzung sinngemäß weiter ausgeführt, Personen fördern, die als Verwirklicher intensiv praktizieren, sowie Lehrer und Übersetzer unterstützen. Sie kann Stipendien vergeben für das Studium des Buddhismus und für das Erlernen der tibetischen Sprache. Die Stiftung darf Grundstücke erwerben und verwalten sowie Treffpunkte und Wohnraum für Laien und Verwirklicher schaffen und buddhistische Zentren einrichten. Weiter darf sie tibetische Kunst und tibetische Medizin fördern sowie karitative und soziale Einrichtungen unterhalten, Vorhaben eingeschlossen, die der buddhistischen Sterbebegleitung (Hospize) dienen. Auch die Errichtung und Pflege buddhistischer Friedhöfe ist möglich. Diese Zwecke sind für immer festgeschrieben und dürfen, so bestimmt es die Satzung, nicht verändert werden.

PROJEKTE
Nicht nur das geplante Europazentrum wird dazu beitragen, den Zweck der Diamantweg-Stiftung umzusetzen. Auch das große Zentrumsprojekt in Hamburg, das die Hamburger der Diamantweg-Stiftung an Ostern geschenkt haben, wird ein wesentlicher Tragpfeiler unserer lebendigen Diamantweg-Übertragung sein. Darüber hinaus unterstützt die Diamantweg-Stiftung zur Zeit neben Zentrumsprojekten in ganz Russland auch solche in Polen, Ungarn und in einigen Ländern auf dem Balkan. Dem Erwerb von Grundstücken, bebaut mit Treffpunkten und Wohnungen für Laien und Verwirklicher, kommt dabei zu Beginn eine besondere Bedeutung zu, weil Grundeigentum in einer modernen offenen Gesellschaft eines der wesentlichen von vielen andern wichtigen Mitteln darstellt, um die volle lebendige Übertragung, die Verwirklichung und die Erhaltung des Diamantweg-Buddhismus langfristig zu sichern. Die Verantwortung für den Inhalt des Angebots, das heißt für Meditationen, Vorträge und Veranstaltungen, bleibt wie gewohnt bei den Zentren, Regionalvereinen und beim BDD e.V.. Mit Grundschulden abgesicherte Darlehen, die der Finanzierung des Projekts dienen, müssen von den laufenden ortsüblichen Mieteinnahmen gedeckt sein. Nach Tilgung der Grundschulden sollen die Mieteinnahmen zum Teil in die Erhaltung und Erweiterung des jeweiligen Projekts fließen und zum Teil in die Verwirklichung anderer Stiftungszwecke, zum Beispiel in die Unterstützung von intensiv praktizierenden Verwirklichern, buddhistischen Lehrern, in die Förderung von Übersetzungsprojekten und in die Vergabe von Stipendien. Ein nicht ganz alltägliches Beispiel ist das Drehbuchprojekt EXIT HERE! von Bea Franz. In wahrscheinlich noch nicht da gewesener Form wurden hier buddhistische Belehrungen unserer Linie, so etwa über Ursache und Wirkung sowie über Phowa, mit einer hochaktuellen, spannenden Storyline verbunden und zu einem Screenplay für einen groß angelegten Featurefilm verarbeitet.

STRUKTUR
Schirmherr der Stiftung ist der 17. Gyalwa Karmapa Thaye Dorje. Und wer bestimmt die Richtlinien auf praktischer Ebene? Mittelverteilung und grundsätzliche Entscheidungen, zum Beispiel über die Förderung von Übersetzungsprojekten, über die Vergabe von Stipendien und über Fragen des Grundstückserwerbs, liegen beim Vorstand der Diamantweg-Stiftung. Der Vorstand besteht aus drei Personen, mit Lama Ole als Vorsitzenden auf Lebenszeit. Der Vorsitzende kann ein Weisungsrecht im Rahmen des Stiftungszwecks ausüben. Hannah Nydahl und Caty Hartung sind Mitglieder des Vorstands. In der Satzung kommt an dieser Stelle unmittelbar zum Ausdruck, dass die Stiftung bis in die ferne Zukunft hinein aktiv bleibt, denn der Vorsitzende bestimmt immer, wer sein Nachfolger wird. Satzungsgemäß wird Caty Hartung den Vorsitz nach Lama Ole antreten. Sie wird dann zu gegebener Zeit ihren Nachfolger/ihre Nachfolgerin ernennen, die wieder ihre Nachfolger ernennen werden. Die normalerweise übliche Klausel in einer Stiftungssatzung, die bestimmt, was mit dem Vermögen im Falle der Auflösung geschehen soll, fehlt daher aus gutem Grund. Der Vorstand wird bei seiner Arbeit im übrigen von einem Kuratorium unterstützt, das in erster Linie beratend tätig ist. Die Mitglieder des Kuratoriums sind in der Regel alte Freunde aus allen Ländern, die an ihren Heimatorten und auch überregional in den Zentrumsprojekten mitarbeiten und über bestimmte Kenntnisse und nützliche Erfahrungen verfügen (zum Beispiel buddhistische Lehrer, Architekten, Juristen, Unternehmer, etc.). Für die praktische Umsetzung der Entscheidungen des Vorstands und für die administrative Arbeit ist ein Team von mindestens zwei Geschäftsführern zuständig, zur Zeit bilden dieses Team Achim Schnellbacher, Darmstadt, und Kai Burmeister, München/Schwarzenberg.

ANSTIFTUNG
Die Diamantweg-Stiftung ist auf Spenden angewiesen und möchte alle Interessierten und potentielle Förderer sehr gern zum Spenden anstiften. Das neue Stiftungsrecht bietet dabei erhebliche steuerliche Vorteile für den Spender. Es können nämlich Zuwendungen an gemeinnützige Stiftungen in Höhe von bis zu EUR 20.450 jährlich als Sonderabzug steuermindernd geltend gemacht werden, oder, bei höheren Summen, bis zu einer Grenze von fünf Prozent des zu versteuernden Einkommens nach den Regeln des allgemeinen Spendenrechts, das auch für gemeinnützige Vereine gilt. Bei Großspenden erlaubt es das Spendenrecht, im Rahmen der Höchstsätze im Jahr der Zuwendung und in den darauffolgenden sechs Jahren, also insgesamt sieben Jahre lang, steuermindernde Sonderabzüge auf die Einkommenssteuer geltend zu machen. Das Spenden für die Diamantweg-Stiftung ist in mehreren Weisen möglich. Als projektbezogene Spende zum Beispiel für das geplante Europazentrum, für Zentrenprojekte in Russland oder auf dem Balkan oder für ganz neue Vorhaben. Weiter als Spende für die freie Verwendung nach Ermessen des Vorstands im Rahmen des Stiftungszwecks oder als Spende zur Erhöhung des Grundstockvermögens, das ist die sog. "Zustiftung", mit der jeder Spender selbst zum Stifter wird. In jedem Fall ist es hilfreich, wenn der Spender seinen Namen und seine Anschrift mitteilt und die Art seiner Spende genau bezeichnet. Spendenbescheinigungen erreichen dann sicher ihren Empfänger und Missverständnisse bei der Verwendung der Spenden sind ausgeschlossen. Auch Verfügungen von Todes wegen (Testament) dienen dem Zweck der Stiftung sehr effektiv, denn gemeinnützige Stiftungen sind von der Erbschaftssteuer befreit. Es gibt sogar schon ein paar Freunde, die ihr Testament bei der Stiftung hinterlegt haben. Für potentielle Förderer ist zudem interessant, dass die Erbschafts- und Schenkungssteuer für Vermögensgegenstände mit Wirkung für die Vergangenheit erlischt, soweit ein Erbe oder Beschenkter durch die Erbschaft oder Schenkung erworbene Gegenstände innerhalb von 24 Monaten einer gemeinnützigen Stiftung zuwendet.

WÜNSCHE
Möge die Diamantweg-Stiftung der Karma Kagyü Linie nach der Vision der Gyalwa Kannapas und Lama Oles ein fester und dauerhafter Tragpfeiler der lebendigen Übertragung des Diamantweg-Buddhismus für Laien und Verwirklicher sein.

INFOS
Für Fragen über die Diamantweg-Stiftung und für weitere Informationen stehen Euch Achim und Kai sehr gern zur Verfügung:
Achim@diamondway-center.org
Kai@diamondway-center.org

Eine nagelneue informative Website gibt's unter
www.diamantweg-stiftung.de

www.2000xl000.de
bietet Zugang zu ausführlichen Informationen /.um Stand der Entwicklung des geplanten Europazentrums, die Höhe der eingegangenen Spenden eingeschlossen.

Die Bankverbindung der Diamantweg-Stiftung der Karma Kagyü Linie lautet:
Darmstädter Volksbank BLZ
508 900 00 Kto. 186 92 05

Anschrift:
Diamantweg-Stiftung der Karma Kagyü Linie
Dieburger Straße 148 a 64287 Darmstadt.


Kai Burmeister  
39 Jahre alt  
seit 15Jahren Buddhist und Schüler von Lama Ole
Kai hat 10 Jahre im Hamburger Zentrum gelebt,
ist promovierter Jurist und Rechtsanwalt in München