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BUDDHISMUS HEUTE
Aus: Buddhismus Heute Nr. 20, ( 1996)

Rede von Künzig Shamar Rinpoche auf der Internationalen Karma-Kagyü-Konferenz

28. März 1996

Es sind heute zahlreiche Vertreter des Klosters Rumtek hier, die eigentlichen Mönche, der Khenpo und die Junior-Khenpos, die alle persönlich erlebt haben, was in den vergangenen vier Jahren in Rumtek passiert ist. Sie wissen aus eigener Erfahrung was Rumtek einmal war, nämlich ein Ort, an dem die Lehre Buddhas studiert und praktiziert wurde, und sie wissen auch, in welchem Maß das Kloster jetzt heruntergekommen ist.

Auch zahlreiche andere Schüler des verstorbenen Karmapa Rangjung Rigpe Dorje sind hierher gekommen, um an der Konferenz teilzunehmen, Schüler aus dem Himalaja, Asien, Europa und Amerika.

 Ich möchte Sie alle begrüßen und danke Ihnen für Ihr Kommen. Außerdem möchte ich sowohl den Vorsitzenden als auch jenen danken, die bei der Organisation dieser Konferenz mitgewirkt haben.

 Manche von Ihnen sind in Vertretung verschiedener Klöster und Dharma-Zentren hier, andere wiederum einfach, weil sie Schüler des 16. Karmapa sind. Sie alle sind in der Hoffnung gekommen, daß ich Sie über die Umstände meiner Anerkennung der Wiedergeburt des verstorbenen Karmapa informiere. Dabei geht es um verschiedene Aspekte, wie zum Beispiel die vom verstorbenen Karmapa hinterlassenen Anweisungen. Ich werde deswegen erzählen, was bisher geschehen ist und was ich hinsichtlich der Wiedergeburt Karmapas erreicht habe.

 In der monastischen Institution, deren Oberhaupt Karmapa ist, wurden 17 Reinkarnationen gefunden, anerkannt, dann ins Kloster gebracht und dort inthronisiert. Eigentlich waren es 18 Reinkarnationen, jedoch sind nur 17 davon im Kloster eingesetzt worden. Nachdem nämlich der 14. Karmapa gestorben war, fand man die von ihm hinterlassenen Anweisungen, die auf einen Jungen hindeuteten, der nur drei Jahre alt und infolgedessen nie inthronisiert wurde. Dieser Karmapa ist deswegen nicht Teil der offiziellen monastischen Linie der Karmapas. Sein Körper wurde jedoch ins Kloster Tsurphu gebracht und dort aufbewahrt.

 In der mündlichen Übersetzung wurde zwar eben im Zusammenhang mit dem kurzen Leben der eben erwähnten Karmapa-Reinkarnation das Wort "unglücklicherweise" eingefügt, aber wir können eigentlich nicht sagen, ob es tatsächlich "unglücklicherweise" war, denn hohe Wiedergeburten verfolgen mit ihrem Erscheinen immer einen bestimmten Sinn - nämlich das Wohl der Wesen. So leben einige der 1000 Buddhas dieses Zeitalters nur sieben Tage lang. Es mögen also subtilere Gründe hinter einer derart kurzen Lebensspanne liegen.

 Seit Karmapa Rangjung Rigpe Dorjes Tod sind nun fast 17 Jahre vergangen. Bis jetzt haben wir keine vom verstorbenen Karmapa hinterlassen Anweisungen. Ich selbst bin einer der Halter der Karma-Kamtsang-Schule des tibetischen Buddhismus, aber die Anweisungen wurden nicht bei mir hinterlassen. Auch die Mitglieder der Verwaltung scheinen die Anweisungen nicht bekommen zu haben; niemand von ihnen hat etwas geäußert. Viele der Diener des verstorbenen Karmapa, Mitglieder des Klosters Rumtek, wie der Ritualmeister, der Khenpo usw. sind heute hier, und keiner von ihnen hat Anweisungen erhalten.

 Diese Anweisungen sind nicht zu vergleichen mit einem Testament, das Eltern hinterlassen, um ihren Besitz zwischen den Kindern aufzuteilen. Die von Reinkarnierten wie Karmapa hinterlassenen Anweisungen beruhen auf einem völlig anderen Sinn. Buddhas und Bodhisattvas berücksichtigen nicht nur dieses eine kurze Leben, sondern das Wohlergehen der ganzen Menschheit und aller Wesen. Beim Hinterlassen derartiger Anweisungen ziehen sie sowohl gegenwärtige als auch zukünftige Umstände in Betracht. Daher kann man diese Anweisungen weder mit von Eltern hinterlassenen Testamenten noch mit dem Testament eines Königs an den Kronprinzen vergleichen.

 Der Vorgang der Auffindung einer solchen Wiedergeburt ist eine rein spirituelle Praxis. In der Karma-Kagyü-Schule des tibetischen Buddhismus beruht dieser Vorgang ausschließlich auf den Lehren Buddhas. Die Auffindung einer Reinkarnation ist tatsächlich eine Buddha-Aktivität, etwas ganz anderes als die gewöhnlichen Handlungen der Menschen dieser Welt. Der Vorgang der Auffindung einer Reinkarnation liegt völlig jenseits der Denk- und Handlungsweise der samsarischen Welt; er liegt im Bereich der verwirklichten Bodhisattvas auf den Wegen und Stufen zur Buddhaschaft.

 Ein gewöhnlicher Dharma-Praktizierender ist nicht in der Lage, eine Reinkarnation aufzufinden. Dies ist nur jenen Personen möglich, die bereits hohe Erkenntnisstufen erlangt haben und damit die entsprechenden geistigen Fähigkeiten zum Erkennen einer Wiedergeburt besitzen. Es muß also jemand sein, der Vergangenheit und Zukunft klar wahrnehmen kann, oder jemand, der direkt mit einem Yidam, also einem Buddha-Aspekt, auf den man meditiert, kommunizieren kann.

 Jene Personen, die an der Auffindung der Wiedergeburt beteiligt sind und den Anweisungen, die eine Reinkarnation hinterlassen hat, folgen, müssen bestimmte Stufen der Erkenntnis erlangt haben und jenseits der gewöhnlichen samsarischen Welt sein.

 Beteiligen sich daher Leute an diesen Vorgängen, die nicht die erforderliche Erkenntnis erlangt haben - zum Beispiel Politiker - kommt alles durcheinander. Der Vorgang der Auffindung ist tatsächlich eine Buddha-Aktivität. Nehmen daher Leute, die ihre finanzielle Situation oder ihren politischen Erfolg im Auge haben, an den Vorgängen zur Auffindung einer Reinkarnation teil, wird die Situation - wie bereits erwähnt - sehr schwierig, sehr problematisch.

 Ist hingegen der Verantwortliche ein authentischer Lama, wird seine Gefolgschaft aus Leuten bestehen, die Vertrauen in ihn und in die Lehren haben und so wird es keine Schwierigkeiten geben. Nehmen jedoch gewöhnliche samsarische Leute diesen Prozeß in die Hand, wird dies negative Auswirkungen haben.

 Die Vorgänge zur Auffindung der Wiedergeburt des verstorbenen Karmapa haben sich als sehr schwierig erwiesen. Dem Buddha-Dharma wurde viel Schaden zugefügt. Dies ist eine mögliche Betrachtungsweise. Man kann diese Schwierigkeiten aber auch aus einem anderen Blickwinkel betrachten, nämlich, daß diejenigen Lamas und ihre Schüler, die keinerlei Interesse daran haben, den Dharma für politische Zwecke zu mißbrauchen, sich zusammengeschlossen haben, und dies hat die Situation verbessert.

 Mit diesem Hintergrund möchte ich heute im Detail erklären, wie ich durch meine Bemühungen zu dem Schluß gekommen bin, daß Thaye Dorje die Wiedergeburt des verstorbenen Karmapa ist.

 Wie Sie wissen, starb der 16. Karmapa, Rangjung Rigpe Dorje, im Jahr 1981. Kurz danach bat der verstorbene Generalsekretär Damchö Yongdu uns vier - Situ Rinpoche, Jamgön Rinpoche, Gyaltsab Rinpoche und mich - als Gruppe die Verantwortung für die Auffindung der Reinkarnation gemeinsam zu übernehmen. Wir vier waren alle einverstanden. Sieht man sich jedoch die geschichtliche Perspektive dazu an, war dies eine Modernisierung. Tibet war ein Land voll buddhistischer Meister, die sowohl ihre Handlungsweise als auch ihre Beziehungen untereinander auf der Grundlage und in Übereinstimmung mit dem Dharma aufrechterhielten.

 Wurde ein buddhistischer Meister als jemand mit bestimmten spirituellen Fähigkeiten angesehen, wurde er dazu ausgewählt, sich in Meditation zu vertiefen, um die Details hinsichtlich einer bestimmten Reinkarnation herauszufinden. Dieser Lama hatte dann vielleicht eine Vision oder eine Erfahrung, die auf die Umstände der Wiedergeburt hindeuteten. Er besprach diese Vision oder Erfahrung dann mit anderen Lamas und in dieser Weise wurde die Suche und Auffindung der Wiedergeburt durchgeführt.

 Der neue Plan des verstorbenen Generalsekretärs war eine Modernisierung, ein Versuch, diesen Vorgang moderner zu gestalten. Es lief jedoch darauf hinaus, daß das ganze wie ein Firmenvorstand wurde, der sich einmal jährlich trifft. Ich brauche wohl nicht in Details zu gehen, warum sich dies nicht als erfolgreich herausstellte, dies ist ja bereits bekannt.

 Bis 1992 habe ich die Diskussionen, die während dieser Treffen stattfanden und die dort gefaßten Beschlüsse niemals weiter erzählt und sie weder mit einem Familienmitglied noch mit anderen engen Freunden besprochen. Ich habe auch nie versucht, die besprochenen Dinge zu irgendeinem Zweck zu verwenden. Erst 1992, als es zu einer Art "Explosion" kam, wurde es nötig, diese Dinge mit anderen zu besprechen. Das ist alles, was ich zu den vergangenen politischen Ereignissen sagen möchte.

 Nun möchte ich etwas über meine persönlichen, auf dem Dharma beruhenden, Bemühungen zur Auffindung und Anerkennung der Wiedergeburt des verstorbenen Karmapa sagen: 1985 verbrachte ich einige Zeit in Neu Delhi, um den Bau des Karmapa International Buddhist Institutes zu beaufsichtigen. Ich war von Anfang an für dieses Projekt verantwortlich gewesen und mußte deswegen immer wieder für gewisse Zeit in Delhi sein. Im Jahr 1985 also besuchte mich ein großer Sakya Lama namens Chobgye Tri Rinpoche, der ein Kloster in Kathmandu, in Nepal, hat. Ich empfinde tiefen Respekt für Chobgye Tri Rinpoche und betrachte ihn als einen hochqualifizierten geistigen Meister. Viele Leute in den verschiedenen Schulen des tibetischen Buddhismus sehen ihn als Heiligen an. So haben zum Beispiel S. H. der Dalai Lama, und auch der verstorbene Karmapa große Hochachtung vor ihm. Meine Beziehung zu Chobgye Tri Rinpoche ist von Respekt und Wertschätzung geprägt und Chobgye Tri Rinpoche hat mir gegenüber viel Wohlwollen gezeigt.

 Chobgye Tri Rinpoche verkürzte den Besuch eines Sakya-Klosters in Mussoorie, um mich in Delhi zu treffen. Er sagte, daß er mich dringend sprechen müsse und erzählte mir folgendes: Kurz vor Karmapa Rangjung Rigpe Dorjes Tod hatte er, Chobgye Tri Rinpoche, früh morgens einen Traum, in dem Karmapa in den Dharma-Roben die Bodhnath-Stupa umschritt. Er wirkte dabei sehr schwach. In seinem Traum wurde Chobgye Tri Rinpoche traurig und weinte. Kurz danach starb Karmapa.

 Chobgye Tri Rinpoche erzählte mir außerdem, daß er, ein paar Tage bevor er jetzt nach Delhi gekommen war, frühmorgens einen weiteren Traum von Karmapa gehabt habe: Er hatte geträumt, daß Karmapa in gelben Dharma-Roben, deren Farben sehr klar und leuchtend gewesen sind, einen Stupa umschritt. Dabei trug Karmapa den Gampopa-Hut und war sehr freudig.

 Zu Mittag desselben Tages, an dem Chobgye Tri Rinpoche diesen Traum frühmorgens gehabt hatte, habe ihn ein Verwandter aus Lhasa besucht und ihm ein Bild eines Kindes mitgebracht, von dem in der Umgebung von Lhasa bekannt war, daß er von sich selbst gesagt habe, er sei der Karmapa. Chobgye Tri Rinpoche sagte mir, der Grund für seinen Besuch sei es, mir dies mitzuteilen.

 Als er mir das erzählte, dachte ich, daß ich etwas über dieses Kind herausfinden und mit ihm in Verbindung treten sollte. Chobgye Tri Rinpoche sagte mir damals, daß ich keine Entscheidung auf Grundlage seiner Erzählung treffen solle, sondern daß solche Entscheidungen natürlich auf hinterlassenen Anweisungen und den Visionen und Erfahrungen qualifizierter spiritueller Meister beruhen müßten. Er sagte, daß er jedoch das Gefühl gehabt habe, mir dies erzählen zu müssen, da ich der Shamarpa sei und in der Geschichte der Karma-Kagyü-Schule die Karmapa- und Shamarpa-Lamas als untrennbar angesehen werden.

 Der Junge auf dem Foto war sehr jung, ungefähr drei Jahre alt. Ich erzählte damals niemandem davon. Anfang 1987 reiste Lopön Tsechu Rinpoche als Delegierter der Nepal Buddhist Association für eine Konferenz nach Lhasa. Ich bat ihn, etwas über das Kind auf dem Bild herauszufinden, ohne jemanden wissen zu lassen, daß ich ihn darum gebeten habe. Der Junge lebte mit seinen Eltern in einer Gegend von Lhasa, die "Barkhor" heißt. Sein Vater ist ein Nyingma-Lama namens Mipham Rinpoche, der zwei Söhne hat, die beide von den Leuten in dieser Gegend als außergewöhnliche Kinder angesehen wurden.

 Ich bat Lopön Tsechu Rinpoche, zu versuchen, diese Familie zu treffen, ohne irgend jemand merken zu lassen, was er vorhabe. Es gelang Lopön Tsechu Rinpoche und er kam zurück mit Informationen über die Namen der Eltern, wo und in welchem Jahr beide Söhne geboren worden waren, usw.

 Mipham Rinpoche, der Vater, ist die Wiedergeburt eines großen Nyingma-Meisters, der auch eine Verbindung zur Kagyü-Schule hat. Lopön Tsechu Rinpoche fand heraus, daß Mipham Rinpoche im Besitz einiger religiöser Gegenstände und Briefe des früheren Mipham Rinpoche war. Darunter war insbesondere ein von seinem Vorgänger geschriebener Brief, in dem es heißt, daß ihm in seiner nächsten Inkarnation ein Sohn namens Rigpe Yeshe Dorje geboren werden würde. Der Teil "Rigpe Dorje" dieses Namens ähnelt sehr dem Namen des letzten Karmapa Rangjung Rigpe Dorje. Mipham Rinpoche wollte diesen Brief nicht aus der Hand geben. Daher nahm Lopön Tsechu Rinpoche Kontakt zu einem anderen Lama auf, der ein enger Freund Mipham Rinpoches ist. Diesem gelang es, von Mipham Rinpoche die Erlaubnis zu bekommen, den Brief abzuschreiben. Der Originalbrief ist also noch bei Mipham Rinpoche selbst, und ich habe eine handgeschriebene Kopie davon.

 Lopön Tsechu Rinpoche war also die erste Person, die ich gebeten hatte, etwas über das Kind herauszufinden. Er war nicht offiziell als jemand bestimmt worden, der die Reinkarnation des verstorbenen Karmapa finden solle; da er aber als Delegierter nach Lhasa reiste und ich ihn für eine vertrauenswürdige Person halte, bat ich ihn, die Informationen einzuholen. Als er zurückkam und mir berichtete, was er herausgefunden hatte, zeigte ich keine weitere Reaktion und ich behielt die ganze Information für mich.

 Um mehr herauszufinden, schickte ich eine zweite Person. Sie kam mit praktisch gleichen Informationen wie Lopön Tsechu Rinpoche zurück, allerdings mit einem bemerkenswerten Zusatz: Das Kind auf dem Foto war eines Tages von einem engen Freund Mipham Rinpoches zum Jokhang Tempel am Barkhor, in dem eine sehr bekannte Buddha-Statue steht, mitgenommen worden. Als dieser Freund, das Kind auf dem Arm, den Tempel umschritt, bemerkte er eine Menschenansammlung im Tempel. Sie gingen deswegen hinein und sahen einen dicken Lama, der das Gesicht der Buddha-Statue mit Gold bemalte. Man sagte ihnen, daß dieser Lama aus Indien gekommen sei. Der Freund Mipham Rinpoches setzte das Kind ab, welches zu dem Lama lief und ihn fragte: "Erkennst du mich?". Der Lama sagte: "Nein", worauf der Junge zurück zum Freund seines Vaters ging. Dann kehrten sie zum Haus der Eltern zurück. Der Freund erzählte den Eltern von diesem Lama aus Indien, der das Buddha-Gesicht vergoldete und sie wurden neugierig. Sie holten Erkundigungen ein und fanden heraus, daß es Gyaltsab Rinpoche war. Die Eltern wollten Gyaltsab Rinpoche treffen und dabei ihren Sohn mitnehmen. Der Junge sagte ihnen jedoch: "Ich will ihn nicht treffen, denn er erkennt mich nicht." Diese Geschichte hörte ich also von der zweiten Person, die ich um Erkundigungen geschickt hatte.

 Dann, im Jahr 1988, traf ich hier in Indien einen Schüler des verstorbenen Karmapa; er hat viel Hingabe zu Karmapa und ist ein sehr vertrauenswürdiger Mensch. Er erzählte mir, daß er vom verstorbenen Karmapa Anweisungen bezüglich dessen Wiedergeburt erhalten habe.

 Als ich vor einiger Zeit S. H. den Dalai Lama traf, fragte er mich, ob die Gerüchte, daß ich eine solche Person kenne, wahr seien. Ich antwortete ihm, daß ich diese Person getroffen habe, worauf sich S. H. der Dalai Lama danach erkundigte, wann dies gewesen sei. Ich sagte ihm, daß es vor einigen Jahren bei jenem Treffen in Varanasi war, wo sich die Vertreter der verschiedenen Schulen des tibetischen Buddhismus getroffen hatten. Als sich der Dalai Lama weiter danach erkundigte, wer diese Person sei, antwortete ich ihm, daß ich darüber leider keine Auskunft geben könne. Es handelt sich bei dieser Person um dieselbe, die ich früher schon oft erwähnt habe.

 Während ich mich also regelmäßig mit den anderen drei Rinpoches wegen Karmapas Reinkarnation traf, verfolgte ich zugleich heimlich meine Nachforschungen über das Kind auf dem Foto.

 Ich schickte eine dritte Person nach Lhasa, die die Familie aufsuchen sollte. Da der Vater eine sehr bekannter Lama ist, suchten ihn regelmäßig Leute auf, um ihn um Mos, um Prophezeiungen, zu bitten. In der Barkhor-Gegend in Lhasa leben viele Lamas und ihre Wohnungen stehen anscheinend den Besuchern offen. Wenn Leute einen Rat oder Segen wollen, müssen sie nicht erst einen Termin ausmachen; die Türen stehen immer offen für Leute, die die Lamas sehen wollen. Ich bat also die Person, die ich schickte, beiläufig eine Verbindung zur Familie aufzunehmen und dabei das Kind zu beobachten. Als diese Person zum Barkhor kam, umschritt sie zunächst die Tempel und ging dann zum Haus der Familie, wo er das Kind traf. Der Junge sagte gleich zu ihm: "Du bist gekommen, um nach mir zu schauen." Die Person ging nicht darauf ein, sondern fragte nach dem Vater. Unter dem Vorwand, eine Prophezeiung über geschäftliche Angelegenheiten zu benötigen, hatte er eine kurze Begegnung mit dem Vater. Er blieb jedoch nicht lange in Lhasa, sondern kehrte bald zurück. Die Informationen, die er mitbrachte, waren weitgehend dieselben, die ich schon zuvor bekommen hatte. Die Tatsache, daß das Kind den Mann mit den Worten "Du bist gekommen, um nach mir zu schauen" angesprochen hatte, deutet jedoch darauf hin, daß das Kind eine außergewöhnliche Reinkarnation ist. Nur Wiedergeburten mit sehr hohen spirituellen Fähigkeiten sind in der Lage, Dinge zu sehen, wie zum Beispiel in diesem Fall, die Absicht einer Person, die ein Haus betritt.

 Während dieser ganzen Zeit fanden weiterhin regelmäßige Treffen von uns vier Rinpoches statt. Da mir jedoch auffiel, daß diese Treffen Jahr für Jahr einen immer stärkeren politischen Charakter bekamen, hatte ich das Gefühl, daß ich meine Informationen für mich behalten sollte. Ich vertraute den anderen in dieser Hinsicht nicht, was ich sehr bedauere; ich sage dies nicht aus fehlendem Respekt.

 Zu diesem Zeitpunkt beschloß ich, ein Retreat zu machen, um durch meine Meditationspraxis Hinweise zu bekommen, wer die richtige Wiedergeburt des verstorbenen Karmapas sei. Es gab keine andere Methode, die Reinkarnation des Karmapa zu verifizieren, weil der verstorbene Karmapa keine Anweisungen hinterlassen hatte, die zu dieser Zeit bereits hätten mitgeteilt werden können. Um die Umstände einer Reinkarnation herauszufinden, kann man sich nicht einfach irgendeine tolle Mission ausdenken und dann vorpreschen. Die einzige Möglichkeit, Hinweise zu erhalten, ist durch Meditation. Da es mir wichtig war, daß die richtige Reinkarnation gefunden würde, begann ich die Zurückziehung. Am frühen Morgen des siebten Tages des Retreats erschien mir der verstorbene Karmapa im Traum. Er saß auf einem niedrigen Sitz und vollzog ein bestimmtes Ritual, das man entweder macht, um Verstorbene zu befreien oder um Schwerkranken zu helfen. Karmapa sagte mir im Traum: "Ich habe nun die Person befreit, die ich befreien wollte und ich werde jetzt überall hin kommen, wo du es wünschst."

 Am nächsten Tag machte ich in meinem Retreat weitere Gebete an meinen Yidam. Ich hatte drei Personen geschickt, um Informationen über den Jungen in Lhasa einzuholen und war mir fast sicher, daß er die authentische Reinkarnation sei. Dennoch, um Hinweise darüber zu bekommen, ob dieser Junge von großen Nutzen für den Buddha-Dharma sein werde, fuhr ich mit meinen Gebeten fort. Dadurch hatte ich einen zweiten Traum: Diesmal erschien mir eine riesige, goldene Buddha-Statue. Davor standen Reihen von Opferschalen mit Duftwasser. In meinem Traum segnete ich die Statue, indem ich, wie es bei solchen Zeremonien üblich ist, Reiskörner in Richtung der Statue warf. Diese Reiskörner vervielfältigten sich und wurden zu einem Regen von Reis, der auf die Statue fiel. Hinter der Buddha-Statue standen außerdem unzählige andere Buddha-Statuen und in deren Mitte war eine riesige Butterlampe, die bis zum Rand mit Butter gefüllt war. In ihrer Mitte, wo sonst die Flamme ist, war etwas, das ungefähr wie eine Kugel aus strahlend weißem Licht aussah. Nun, dies war ein Traum und es gibt natürlich keinen Zeugen, der dies bestätigen könnte, denn ein Traum ist immer etwas sehr Persönliches.

 Da ich den Eindruck hatte, daß der Junge in Lhasa die authentische Reinkarnation sei, war ich dennoch sehr aufgeregt. Mir wurde klar, daß ich selbst nach Lhasa mußte, daß ich allerdings inkognito reisen müßte. Ich hatte vor, als normaler Geschäftsmann aufzutreten, die Umschreitungen am Barkhor zu machen und das Haus der Eltern aufzusuchen, und zwar unter dem Vorwand, vom Vater eine Prophezeiung über Geschäfte erbitten zu wollen. Ich lebte damals in der Vorstellung die Barkhor-Gegend sei sehr groß, sie sollte sich jedoch als ziemlich klein und überlaufen herausstellen. Unter den zahlreichen Leuten waren auch viele tibetische Händler aus Nepal und Indien, und ich wäre rasch erkannt worden. Ursprünglich hatte ich den Plan gehabt, nach dem Treffen mit dem Vater - und damit der Gelegenheit das Kind zu beobachten - zum sogenannten "Weißen See" in die Gegend von Tsari weiterzureisen. Dieser See spielt in der Geschichte der Karma-Kagyü-Schule eine wichtige Rolle, denn es war üblich, hier ein Retreat zu machen, um Hinweise auf die Umstände einer Reinkarnation zu bekommen.

 Ich reiste also von Hongkong aus über Chengdu nach Lhasa, stellte dort - wie ich schon sagte - fest, daß die Barkhor-Gegend klein ist und ich dort nicht hätte inkognito bleiben können. Außerdem erfuhr ich, daß die Behörden von meiner Anwesenheit im Land wußten; da sie mich nicht direkt kontaktierten, nahm ich an, daß sie mich beobachten ließen, um herauszufinden, was ich vorhatte. Um ihre Aufmerksamkeit von meinen wirklichen Absichten abzulenken, reiste ich daher nach Norden in eine Touristengegend namens Namtso und gab mich als Tourist aus. Als ich nach Lhasa zurückkam, nahm ich den nächsten Flug zurück nach Kathmandu.

 Es gibt im Zusammenhang mit meiner Tibetreise eine weitere Begebenheit, auf die ich hier gern eingehen möchte. Gegen Ende 1988 hatte Sönam Chödrön, eine Schwester des bhutanesischen Königs, Dilgo Khyentse Rinpoche erzählt, daß sie eine Vision gehabt habe, in der sie Informationen über die Wiedergeburt des verstorbenen Karmapa bekommen habe. Dilgo Khyentse Rinpoche hatte Situ Rinpoche, Gyaltsab Rinpoche, Jamgön Rinpoche, den Dalai Lama und mich brieflich darüber informiert. Als ich dann in Tibet war, erzählte ich einem Sekretär des Klosters Yangpachen davon. Ich bin jedoch keineswegs wegen der Vision von Sönam Chödrön oder wegen Dilgo Khyentse Rinpoches Briefes nach Tibet gereist, sondern aus den zuvor genannten Gründen.

 Ich war also nach Kathmandu zurückgekehrt, ohne den Weißen See in Tsari besucht zu haben. Einer meiner damaligen Berater war ein älterer Lama namens Tsültrim Dawa, den ich sehr respektiert habe und der ein hohes Maß an Erkenntnis erlangt hatte. Er lebte im Kloster Swayambhu in Kathmandu. Ich bat ihn, Parping, einen Ort außerhalb Kathmandus, zu besuchen, wo es ein spontan aus dem Felsen entstandenes Tara-Relief gibt. Um Hinweise über eine Reinkarnation oder anderes zu erhalten, gibt es im tibetischen Buddhismus auch die Tradition, verschiedene Möglichkeiten auf einzelne Zettel zu schreiben, diese in Teigbällchen zu rollen und sie dann in ein Gefäß vor einer heiligen Statue, wie jener in Parping, zu legen. Man betet dann, daß der Zettel mit dem richtigen Hinweis aus dem Gefäß fallen möge. Da Parping ein sehr geschäftiger Platz ist und zu dieser Zeit viele Gerüchte über die Suche nach Karmapas Wiedergeburt umgingen, konnte ich nicht selbst hingehen und schickte daher Lama Tsültrim Dawa.

 Es wurden zwei verschiedene Möglichkeiten auf die Zettel geschrieben, nämlich einerseits, daß Tenzin Khyentse, so der damalige Name von Thaye Dorje, die Reinkarnation Karmapas sei und andererseits, daß er es nicht sei.

 Die beiden Zettel wurden in Teig eingerollt und von Lama Tsültrim Dawa in ein Gefäß gelegt. Dieses bewegte er solange, bis einer herausfiel. Jener Zettel, der herausfällt, wird üblicherweise als der richtige Hinweis angesehen. In diesem Fall war es der Zettel mit "Tenzin Khyentse ist die Reinkarnation Karmapas". Am nächsten Tag wurde der Vorgang an einem anderen Ort im Kathmandutal, nämlich in Dulikhel, wiederholt, wo auf einem großen Feld eine sehr heilige Mahakala-Statue steht. Auch dort fiel der gleiche Zettel aus dem Gefäß.

 Lama Tsültrim Dawa ging auf eigene Initiative noch zu zwei anderen heiligen Stellen in Kathmandu: An einer davon ist ein vom 10. Karmapa Chöying Dorje gemaltes Bild von Mahakala, die andere wird "Die Heilige Stelle des Weißen Buddha" genannt. Bei beiden Gelegenheiten fiel jener Zettel aus dem Gefäß, auf dem stand "Tenzin Khyentse ist die Reinkarnation des verstorbenen Karmapa".

 Dies bestärkte mich in meiner Überzeugung, daß Tenzin Khyentse die Reinkarnation des Karmapa ist.

 Bei den Treffen mit den anderen Rinpoches behielt ich all diese Informationen für mich, und zwar aus folgendem Grund: Ich hatte die Befürchtung, daß eine Politisierung der Suche nach der Reinkarnation, Karmapa daran hindern könnte, in der Welt zum Nutzen der Wesen zu wirken, also seine Aktivitäten behindern würde. Deshalb behielt ich alles für mich.

 Seit langem hatte ich schon den Verdacht, daß politische Verwicklungen im Spiel waren, die mit der Zeit immer schlimmer wurden. Es war nicht mehr möglich, die Diskussionen so zu führen, wie es früher in Tibet üblich gewesen ist. Die Situation hatte sich verändert. Es gab keine Gelegenheit mehr für Gespräche auf ausschließlich spiritueller Ebene.

 Ich nahm immer wieder Kontakt zu jener Person auf, die mir mitgeteilt hatte, die Anweisungen vom verstorbenen Karmapa zu haben. Jedesmal, wenn ich Informationen erhielt, die meine Überzeugung, daß der Junge in Lhasa die Wiedergeburt Karmapas sei, stärkten, setzte ich mich mit dieser Person in Verbindung, fragte sie, ob sie irgendwelche Einwände hätte. Die Person konnte zwar die Informationen nicht vor dem ihr vorgegebenen Zeitpunkt enthüllen, hatte aber keine Einwände gegen den von mir eingeschlagenen Weg.

 Bei einem der Treffen mit den anderen Rinpoches im Jahre 1992 präsentierte uns Situ Rinpoche das, was er den "Prophezeiungsbrief" nennt und behauptete, er sei vom verstorbenen Karmapa geschrieben worden. Ich fand den Brief überhaupt nicht überzeugend und sagte in diesem Treffen, daß meiner Ansicht nach die Handschrift des "Prophezeiungsbrief" jener des verstorbenen Karmapa Rangjung Rigpe Dorje nicht ähnlich sei. Ich sagte zu Situ Rinpoche: "Sie ähnelt eher deiner Handschrift. Außerdem ist die Unterschrift verschwommen. Da ich Zweifel habe, muß ich darauf bestehen, daß dieser Brief forensisch untersucht wird. Besagt der Test, daß der Brief authentisch ist, ziehe ich meine Einwände zurück und es gibt keine Probleme mehr."

 Wie Sie jedoch alle wissen, fand dieser Test niemals statt und es kam zu vielen unangenehmen Ereignissen. Ich möchte darauf jetzt nicht weiter eingehen; Sie wissen wahrscheinlich alle durch dieses Treffen hier Bescheid.

 Im Laufe des darauffolgenden Jahres entschied ich mich dazu, mich an einige jener Leute zu wenden, die ich als wahre Anhänger des Karmapa einschätzte. Ich sagte ihnen, daß ich Informationen habe und es wichtig fände, daß es keinerlei Politik in dieser Angelegenheit gäbe. Ich sagte auch, daß ich Zweifel an der Authentizität des von Situ Rinpoche gezeigten "Prophezeiungsbriefes" habe, und daß sogar die Unterschrift verwaschen sei.

 In der Zwischenzeit mischten sich immer mehr Leute mit politischen Interessen in die Suche nach der Reinkarnation ein. Und, wie Sie wissen, fanden seit 1992 viele bedauernswerte Vorgänge im Kloster Rumtek statt. Was dort zuvor als eine klösterliche Institution für Studium und Meditation aufgebaut worden war, wurde völlig zerstört. Jetzt mischen sich allgemeine weltliche Leute unter spirituellen Vorwänden ein und verkünden ihre Meinung. Die Angelegenheit der Auffindung von Karmapas Reinkarnation war auf einen so niedrigen Stand angelangt, daß Diskussionen und Entscheidungen darüber, wer die echte Wiedergeburt sei und wer nicht, auf dem Gemüsemarkt von Gangtok, dem Lal Bazar, geführt bzw. getroffen wurden.

 Einige Jahr hindurch wußte ich nicht mehr, was zu tun sei, da sich die Situation derart verschlechtert hatte. Da Sie alle um diese Ereignisse wissen, werde ich jetzt nicht in die Details gehen.

 Jenen Leuten, die ich als wahre Anhänger Karmapas einschätzte, riet ich, einfach auf die authentische Reinkarnation zu warten. Da es jedoch schwierig ist, endlos zu warten, habe ich beschlossen, Ihnen, die Sie alle wahrhafte und hingebungsvolle Anhänger Karmapas sind, hier und heute diese Informationen zu geben.

 Wie Sie wissen, kamen der Junge Tenzin Khyentse und seine Familie aus Tibet heraus, und zwar auf völlig legalem Weg. Der Familie waren von den Behörden in Tibet extrem harte Restriktionen auferlegt worden, weshalb sie entschieden, Tibet zu verlassen. Sie haben es geschafft und somit lebt Karmapa jetzt in Indien.

 Wie bereits erwähnt, habe ich während all dieser Jahre den Kontakt zu jener Person gehalten, die die Anweisungen vom letzten Karmapa bekommen hat. Ich habe sie über jeden einzelnen Schritt, den ich in der Auffindung unternommen habe, in Kenntnis gesetzt und sie hat niemals Einwände dagegen erhoben. Die genauen Anweisungen kann diese Person jedoch erst dann bekannt geben, wenn der richtige Zeitpunkt gekommen ist.

 Der Grund, warum ich mich dazu entschlossen habe, meine Anerkennung des Karmapa bekanntzugeben, ist, weil mich, historisch gesehen, meine Stellung in der Karma-Kagyü-Tradition dazu befähigt. Daher habe ich Ihnen heute diese Informationen gegeben.

 Natürlich wäre es leichter gewesen, wenn die Reinkarnation in einer Gegend wie Sikkim oder Bhutan gefunden worden wäre; Probleme mit Reisedokumenten usw. hätten dadurch vermieden werden können. Aber man kann die Grundsituation nicht aus solchen Gründen ändern. Wesentlich ist die Authentizität der Reinkarnation.

 Was die genauen Anweisungen betrifft, die der verstorbene Karmapa hinterlassen hat, kann ich nicht mehr sagen. Der verstorbene Karmapa verfolgte mit dem Hinterlassen der Anweisungen eine bestimmte Absicht, die wir nicht ermessen können. Diese Absicht beruht auf seiner großen Sicht und seiner Weisheit. Da die Person, die diese Anweisungen erhalten hat, angewiesen wurde, sie für eine bestimmte Zeit geheimzuhalten, habe ich das Gefühl, dies respektieren zu müssen.

 Was diese bestimmte Person betrifft, würde ich - falls einzelne unter Ihnen oder eine Gruppe der Meinung sind, es wäre nützlich ihre Identität zu kennen - sie Ihnen vorstellen. Allerdings sollten Sie, bevor Sie mit dieser Bitte an mich herantreten, entscheiden, ob dies von Nutzen wäre oder nicht.

 Sie sind alle in der großen Hoffnung hierher gekommen, etwas über die vom verstorbenen Karmapa hinterlassenen Anweisungen zu erfahren. Wäre dies eine Versammlung von Leuten mit politischen Absichten und ohne Hingabe zu Karmapa, hätte ich hier nichts vom dem angesprochen, was ich erzählt habe. Da ich jedoch das Gefühl habe, daß Sie alle Hingabe zu Karmapa und Ihre Verbindung zu ihm gehalten haben, habe ich mich dazu entschlossen, offen zu sein. Wäre diese eine Versammlung von Leuten, deren Handlungsweise den buddhistischen Lehren widerspricht, hätte ich geschwiegen. Ich danke den Vorsitzenden des Treffens, die mich, neben anderen, gebeten hatten, diese Informationen zu geben. Ich habe mich über die Gelegenheit, zu Ihnen zu sprechen, sehr gefreut.


Eine Ausstrahlung von Buddha Amithaba, ist Künzig Shamar Rinpoche der zweithöchste Lama in der spirituellen Hierarchie der Karma Kagyü Schule im tibetischen Buddhismus.

FUNKTIONEN

 

SCHLAGWORTE

Shamarpa, Karma-Kagyü-Konferenz

 

PROBEABO MIT 3 AUSGABEN