Aus: Buddhismus Heute Nr. 12, ( 1993)

Ein Vajra-Lied von Samten Palle

Samten Palle (1291 - 1366) - berühmter Drukpa-Kagyü Lehrer
Namo Gurave

Möge höchstes Glück, höchste Freude und Überfluß herrschen. Dieses Dharmalied wurde von dem unvergleichlichen höchsten Wesen Samten Palle gesungen. Als er von dem Ruhm und dem Ruf des Tulku von Gyatrag, Yeshe Shönnu, hörte, war er tief bewegt und er machte sich gemeinsam mit Geshe Schönrim auf den Weg, um ihn in Lepa zu treffen. Als sie sich trafen, sang Samten Palle dieses "Lange Lied des Grußes."

Meister des Dharma, weit entfernt hörte ich
Von deinem Ruhm.
Da ich von der Stärke meiner Hingabe
Und von mächtiger Sehnsucht tief bewegt war,
Kam ich begleitet von Geshe Schönrim,
Um dich bei Lepa zu treffen.

Als ich das untere Tal von Lepa erreichte, erlebte ich Einen Duft, den ich nie zuvor gerochen hatte.
Als ich diesen ungewöhnlichen Duft roch,
Fragte ich den Geshe: "Was ist das ?"
"Vielleicht der Duft von Rosen", sagte er.

Dann als wir weiter hinaufkamen, roch es wie zuvor
Und der Geshe sagte: "Das muß der süße Duft
Der Disziplin des Guru sein.
Ich rieche nichts, Du hast wohl die reine Sichtweise."

Dann als ich Dein Haus sah, stieg Vertrauen auf und
Ich war tief bewegt. Voller Hingabe vergoß ich Tränen.
Tatsächlich, in eben diesem Moment hörte ich den
Entfernten Klang einer weißen Muschel
Und die Freude großen Glaubens stieg auf.

Gegenüber der ganzen Versammlung von Mönchen,
War meine Sicht völlig rein.
Dein Stab, deine Bettelschale und
Andere Besitztümer standen an einem Platz.
Mit reiner Absicht brachte ich ein Geschenk dar.
Tatsächlich, in eben diesem Moment wurden
Große brennende Räucherstäbchen dargebracht.

Dein Gesicht hatte ein Strahlen,
Das ich nie zuvor gesehen hatte.
Dein Ruhm durchdringt die dreitausend Universen.
Du durchdringst mich mit deinem feinen Nebel des Segens.
Unbeherrschte Hingabe entstand und
Ohne mich zu schämen heulte ich laut.

Dir, dem Guru voller Segen, opferte ich,
Wie du auf den Kissen saßest,
Dieses Geschenk mit Sehnsucht und Verehrung.
Voller Glauben und Achtung erkundigte ich mich nach
Deiner Gesundheit.
Du sagtest: "Bist du gekommen, mein Sohn,
Wie geht es dir?"

Dann als ich mich zu der Gruppe setzte,
Nur dadurch, daß ich dich ansah, Rinpoche,
Und durch die Kraft deines Segens,
War ich zu Tränen gerührt.
"Bitte nimm einen Niederen wie mich mit Mitgefühl an."
So bat ich voller Verehrung.

Dann als du mich angenommen hattest,
Trank ich mit einsgerichtetem Verlangen
den unaufhörlichen Nektarfluß, den Segen Rinpoches.
Liebevoller Vater von Gyatrag, Rinpoche,
Ich erwidere deine Liebe durch Praxis.

Ich bitte, möge dieses glückverheißende
Zusammentreffen der Vervollkommnung der
Beiden Arten von Nutzen volkommen sein.



Übersetzung aus dem Tibetischen: Tina Draszczyck